Andy beim Dreh

Online-Video für Unternehmen mit kleinem Budget mit dem iphone  selbst produzieren und vermarkten Teil 2

In unserem 2. Teil der Anleitung für die Produktion eines eigenen Online-Videos geht es um das Herzstück der Produktion: das Drehbuch. Weiter geben wir Tipps für die Video-Produktion und die Auswahl der Technik.

Das Drehbuch oder Storyboard

Im nächsten Schritt  geht es an das Aufschreiben der Abfolge des Filmes. Wie soll er später mal aussehen, wie sieht die Reihenfolge der Szenen aus? In der Praxis hat sich ein Zwei-Spaltenformular bewährt. Rechts der Text, links kommen die entsprechenden Bilder/Szenen später dazu. Der Text ist schon die Vorlage für einen späteren Sprechertext. In der linke Spalte beschreiben Sie die Bilder, die Sie drehen wollen. Jeder Film hat einen Anfang und ein Ende. Gute Einstiegsbilder und gute Endbilder, die beim Zuschauer hängenbleiben, sind gefragt. Wenn Sie den Text laut lesen und die Zeit stoppen, haben Sie gleichermaßen den Anhaltspunkt für die Länge des Videos. An dieser Stelle ist es wichtig, Informationen und Szenen zu selektieren. Denn ein Video hat den Vorteil, Informationen schneller vermitteln zu können. Die Zeit des Zuschauers und seine Aufmerksamkeit sind jedoch begrenzt. Verweildauer auf der Seite mit Videos strecken zu wollen, ist ein verheerender Fehler. Seien Sie ruhig kritisch mit dem Skript. Kurze Sätze sind besser als lange, einfache Worte besser als komplizierte. Fragen Sie sich, ob das Versprechen des Filmes eingehalten wird. Kommt die Botschaft klar rüber? Wenn ein Müsli-Hersteller zeigen will, wie gesund das Produkt ist, zeigt er es wirklich oder behauptet er es nur oft genug im Text? Die Bilder müssen zur Not auch für sich selbst stehen und genau ausdrücken, welche Botschaft gemeint ist.

Die Video-Produktion

Ein iphone reicht für den Anfang, möglichst die neueste Generation mit der besten Bildauflösung. Viele Unternehmen experimentieren gerade mit iphone-Videos zur Selbstdarstellung. Die Verbindung eines imageträchtigen Smartphones mit einem Imagefilm ist natürlich ein Werbeeffekt. Ein wunderbares Beispiel dafür ist der Imagefilm von Bentley „Intelligent Details“. Das Besondere an dem Video ist, dass es nicht nur mit dem iphone 4s gedreht wurde, sondern auch gleich das „making of“ mitliefert.

Noch besser als ein iphone für Dreharbeiten eignet sich ein ipad, da es einfach besser zu handhaben ist, sprich: durch seine Größe und das größere Display  ist es leichter, keine Wackelbilder zu erzeugen. Nichts ist schlimmer als das. Außerdem zeigt es dem Laien auf dem größerem Display besser, was er gerade dreht.
Welche Kamera Sie auch immer benutzen, einige Vorraussetzungen sollten Sie für ein gutes Ergebnis schaffen:

Die Technik

  • iphone oder ipad, HD-Consumer-Kamera oder videofähige Fotokamera
  • Ton: das eingebaute Mikro ist nur gut, wenn keine Störgeräusche zu befürchten sind und man nah am Sprecher oder der Szene ist. Doch sobald man totaler wird, ändert sich der Ton nachteilig. Ein externes Mikro ist daher ratsam. Die gibt es in vernünftiger Qualität schon ab 50 Euro. Viele raten zu iRig Mic. Sicher gibt es da aber auch weitere Alternativen.
  • Stativ: klar kann auch ein Regal als Stativ herhalten oder ein Selfie-Stab. Aber wer will schon zu Möbelpacker werden? Es gibt zahlreiche geeignete Stative für’s smartphone
  • Licht: ist so eine Sache beim Drehen mit dem iPhone, im Idealfall nutzt man Tageslicht. Und zwar von vorne – weder Smartphone noch professionelle Kameras schaffen es, gegen das Licht zu drehen. Der Verzicht auf dunkle Räume ist absolute Pflicht. Die Qualität sinkt erheblich. Sollte es doch notwendig sein, in einer dunklen Ecke drehen zu müssen, so stellen Sie Lampen auf. Schon für wenig Geld kann man sich professionelle Beleuchtung für gelungene Dreharbeiten mieten. Eine weitere Lösung sind Bauleuchten, die man einfach an die Decke richtet und dadurch den Raum gleichmäßig erhellt.
  • Kamera-Apps: Es kommen ständig Alternativen zur iPhone „Kamera“-Funktion hinzu. Der Vorteil: bei den meisten Apps lassen sich Ton und Blende und vor allem Weißabgleich individuell einstellen. Schließlich will niemand, dass sich plötzlich die Helligkeit dramatisch innerhalb eines Schwenks ändert. Es  gibt Empfehlungen für folgende Apps: FILMiC Pro, MoviePro
  • Praxis:  Das iPhone immer quer halten, sonst ist das Video hinterher unbrauchbar oder muss mühselig wieder „gerade“ gerichtet werden. Das iPhone auf Flugmodus setzen – kommt eine SMS oder ein Anruf stoppt die Aufnahme – wie ärgerlich das ist, kann sich jeder denken. Hektische Schwenks vermeiden: immer mit einem Motivbild beginnen und vor dem Schwenk mindestens 3 Sekunden stehen lassen. So lassen sich auch fehlende Bilder durch den sogenannten Stand am Anfang ersetzen. Immer dran denken, verschiedene Perspektiven in einer Szene zu drehen. Einfach die Szene mehrmals wiederholen und den Standort sowie die Bildgröße verändern. Niemals zoomen, sondern sich auf das Ziel bewegen. Der Zoom verschlechtert die Bildqualität bei Consumer-Kameras erheblich. Bei Interviews kann es nützlich sein, ein zweites Smartphone oder Kamera einzusetzen. So kann man später bequem den Ton kürzen. Die 2. Kamera kann beispielsweise das Profil des Sprechers wählen.

In unserem dritten Teil der Anleitung geben wir Tipps und Tricks für die Postproduktion und Distribution von Online-Videos.