Magazinbeitrag: Wirtschaftsspionage in Unternehmen

Projekt: TV-Magazinsendung
Kunde: Investitionsbank des Landes Brandenburg
Special: Magazinbeiträge, Titeldesign, Studio-Talk
Ausstrahlung: Potsdam TV

Im Rahmen der von uns produzierten TV-Sendung für die Investitionsbank des Landes Brandenburg, begleitete unser Team den Vortrag.Heike Zitting, Leiterin des Wirtschaftsschutzes beim Berliner Verfassungsschutz, und ihren Kollege René Klink warnt Unternehmen vor Datenklau.
Zwar rückt das Thema Wirtschaftsspionage nicht zuletzt durch die NSA- und GCHQ- Affären immer wieder in den Fokus der deutscher Firmen, doch es herrscht Verunsicherung gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. In unseren Interviews haben wir immer wieder gehört, dass der nötige finanzielle Input in die Sicherheit nicht im Verhältnis zu möglichen Verlusten steht oder die Datensicherheit sogar Praktikanten überlassen wird.

Nichts zu verbergen in Unternehmen?

Was kann ihnen schon passieren?  Diese Frage stellten viele Geschäfstführer an diesem Tag. Heike Zitting antwortet mit einem Beispiel: Kundendaten eines Tierprodukte-Herstellers wanderten unbemerkt nach China. Erst als der Umsatz einbrach, kam der Hackerangriff zum Vorschein. Den Stammkunden des deutschen Unternehmens lag nämlich plötzlich ein Katalog eines chinesischen Anbieters mit ähnlichen Produkten zum Bruchteil des Originaloreises vor.

Ein Headhunter findet dein Profil interessant

Mit diesem Hinweis beginnen oft Kontakte zu Personalern und auch fingierte Bewerbungsgespräche auf beruflichen Portalen wie Xing und linkedin. Bei diesen Gesprächen kann es sich auch um gezieltes Aushorchen handeln, warnen die Experten. Der Freund von einem Freund von einem Freund auf Facebook, angebliche Studienkollegen  – im Netz gibt es viele Möglichkeiten Kontakte zu Passwort-Trägern und Knowhow-Schlüsselfiguren eines Unternehmens zu knüpfen. Gerade deutsche Weltmarktführer, zu denen immerhin 1.200 Unternehmen zählen, sind beliebte Angriffsziele. „Alle Firmen, die auf dem Markt präsent sind, haben uns von Hackerangriffen berichtet“ , ergänzt René Kling vom Verfassungsschutz.

Hackerleibspeise: Forschungsergebnisse

Besonders betroffen aber sind Medizin- und Kommunikationstechnik sowie die optische Industrie. Viel Geld fließt hier in die Forschung. Deren Ergebnisse sind nicht nur für die Konkurrenz interessant. Vieles deutet darauf hin, dass inzwischen Wirtschaftsspionage für andere Staaten den gleichen Stellenwert hat wie die politische oder militärische Aufklärung. “Es gibt keine Zweifel, dass die USA Wirtschaftsspionage betreiben. Wenn es bei Siemens Informationen gibt, von denen sie meinen, dass sie für die nationalen Interessen von Vorteil sind, nicht aber für die nationale Sicherheit der USA, werden sie der Information hinterherjagen und sie bekommen“, sagte er im ARD-Interview 2014. Wirtschaftliche Interessen sind nationale Interessen. Die immer raffinierter werdenden technischen Möglichkeiten des Cyber-Angriffs und der Einsatz enorm vieler gut ausgebildeter Agenten machen IT-Sicherheit so schwierig. Doch wenn Deutschland wirtschaftlich auf sein technischen Vorsprung baut, muss es diesen auch schützen. Mit diesem Ziel beraten Heike Zitting und ihr Team Unternehmen. Oft jedoch wehren sich die Firmen gegen die Hilfestellung des Expertenteams. Sie haben Angst, Kunden zu verlieren, wenn ihre Sicherheitslücken publik würden.